Montag, 30. März 2009

Sprachen in Kenia

Die offizielle
Sprache In Kenia ist Englisch, das heisst alle offiziellen Dokumente sind in Englisch und in allen Aemtern und eigentlich auch in den Schulen Englisch muss gesprochen werden.
In manchen Schulen wird das aber nicht so streng genommen. Offiziell wird an vier Tagen Englisch gesprochen und an einem Kisuaheli(auch Suaheli oder Swahili genannt), die Nationale Sprache, allerdings wird im Unterricht in den unteren Klassen mehr Kisuaheli gesprochen, weil die Kinder meist einfach noch kein oder nur wenig Englisch verstehen. Alle Pruefungen sind allerdings in Englisch was dazu fuehrt, dass die Kinder in den Tests haeufig nicht weil sie nichts wissen oder faul sind schlecht abschneiden, sondern einfach weil sie die Fragen aufgrund der Sprache nicht verstehen.
Unter der Bevoelkerung ist Kisuaheli am weitesten verbreitet, vor allem in den Staedten, da dort viele verschiedene Staemme auf engem Raum zusammen wohnen und Kisuaheli die 'lingua franca' ist. Die
meisten Leute sprechen auch Englisch, bevorzugen jedoch Kisuaheli,
da ihr Englisch in der Regel nicht sehr gut ist.
Jedoch ist das generelle Niveau der Englischen Sprache sehr hoch, verglichen zu beispielsweise Tansania.
In den Laendlichen Gegenden, vor allem Im Westen Kenias wird allerdings neben den Stammessprachen Englisch dem Suaheli vorgezogen, warum das so ist weiss ich allerdings nicht.
Englisch ist im allgemeinen die Sprache der gebildeten Leute und da es sich die meisten Familien nicht leisten koennen den Kindern eine universitaere Ausbildung zu finanzieren, ist Englisch vor allem in der reichen Oberschicht verbreitet.
Neben Englisch und Kisuaheli gibt es noch eine vielzahl an Stammessprachen, die in vielen Familien noch zuhause gesprochen werden, allerdings sterben vor allem in Nairobi die Sprachen der kleineren Staemme langsam aus, da sie nicht im Alltag ausser Haus verwendet werden koennen. Die Sprachen die noch am weitesten verbreitet sind, sind Kikuyu(groesster Stamm in Kenia), Luo, Luyah und Kamba...ich hoff das hab ich jetzt richtig gesagt...aber die einzige Sprache die ich im Alltag hoere und erkenne ist Kikuyu, da ich in einer Kikuyu-Familie lebe und da das auch die weistest verbreitete Stammessprache ist. Ausserdem meine ich auch Kalenjin und Luo erkennen zu koennen, da ich bekannte und freunde aus diesen Staemmen habe, allerdings bin ich mir da nicht so sicher.
Ich lerne im Moment Kisuaheli, die National Language. Die hat im uebrigen ihren Ursprung in der Kueste Kenias und ist hauptsaechlich beeinflusst durch Arabisch und die Bantusprachen. Aufgrund der regen Handelsbeziehungen mit der arabischen Welt an der Kueste Kenias hatte sich Kisuaheli meines Wissens als eine 'Lingua Franca' zwischen der Arabischen Welt und der an der Kueste lebenden Bevoelkerung entwickelt.
Ich persoehnlich komme mit der Sprache sehr gut zurecht, da die Grammatik relativ einfach ist. Das einzige Problem ist das Vokabel lernen, aber da die meisten Leute Kisuaheli bevorzugen und sich meistens freuen wenn man ihnen ein pahr Saetze in Suaheli erzaehlen kann mache ich relativ gute Fortschritte. Ausserdem haben wir viele Kinder bei uns in der Gegend und die kuemmern sich meistens nicht drum wie gut mein Suaheli ist sondern erzaehlen mir voller Freude ihre Geschichten;)
Ich versuche auch in fast jeder Gelegenheit die sich mir bietet Suaheli zu sprechen, da ich die Sprache wirklich sehr gerne lernen moechte. Ausserdem habe ich angefangen die Begruessungen in den Stammessprachen zu lernen und die Mamas die bei uns in der Schule kochen sind sehr motiviert mir Kikuyu bezubringen und so weiss ich schon zu sagen dass ich meine Haende waschen will in Kikuyu;)
Meine Gastmutter spricht mittlerweile fast ausschliesslich Suaheli mit mir und meine Zwei kleinen Gastgeschwister bevorzugen auch Suaheli, allerdings versuche ich mit ihnen auch Englisch zu reden, damit ihr Englich auch besser wird.

soviel zu Sprachen:)

Freitag, 13. März 2009

Ueberschrift...

Es ist mal wieder eine Weile her seit meinem letzten Blogeintrag, aber ich habe mich dazu entschlossen meine Ueberschrift nicht darauf zu beziehen...;)
Noch laenger ist es her, dass ich angekuendigt habe ueber die „Homevisits“, einen meiner Arbeitsbereiche zu schreiben. Hoechste Zeit also dem nachzukommen.

Die viele Schueler in meinem Projekt sind von Sponsoren unterstuetzt, zumeist aus Irland und Australien aufgrund der Verbindungen der Christian Brothers, die das Projekt leiten zu diesen Laendern. Das Ziel des Sponsorensystems im Projekt ist, den Kindern die finanzieller Hilfe am meisten benoetigen kostenlose Bildung bis zur Secondary-School zu ermoeglichen. Um herauszufinden wer der Unterstuetzung am meisten benoetigt, werden die Schueler mindestens einmal pro Jahr zu Hause besucht. Dabei wird Information gesammelt, die dann einem Kommitee vorgelegt wird, welches ueber die Vergabe der vorhandenen Sponsorships entscheidet. (Sponsorship fuer einen Primary-School Schueler belaeuft sich auf 80Euro pro Jahr, Secondary 200Euro pro Jahr)
Das Programm fuer die Hausbesuche wird von einem der Christian Brothers, Br. Ignatius geleitet, der mich in sein Programm mit integriert hat. Die Hausbesuche wurden letztes Jahr in relativ unregelmaessigen Abstaenden durchgefuehrt, meist wenn Besuchergruppen aus Irland oder Australien im Projekt waren, die dann mit auf Hausbesuche gegangen sind.
Meiner ansicht nach ist die Tatsache das Besucher des Projekts mit auf Hausbesuche gehen nicht ganz unbedenklich, schliesslich bedeutet das,dass die Familien von einer Gruppe vom ungefaehr einem Kenianer, mir, und 3 anderen Weissen besucht werden, allesamt Fremde fuer die Eltern des Kindes. Diese Fremden fragen dann sehr persoenliche Fragen, deren Erhebung fuer die Vergabe der Sponsorships noetig ist. Oftmals koennen die Familien kein Englisch sprechen, die Konversation wird also in Kisuaheli abgehalten, wodurch ein Grossteil der Besucher einfach nur rumsitzt und im Haus umherschaut. Ausserdem erweckt die Praesenz von Weissen eine viel groessere Erwartungshaltung, da die meisten Leute hier die weisse Hautfarbe mit VIEL Geld in Verbindung bringen. Das ist auch der Grund warum ich nicht ganz sicher bin ob es gut ist, dass ich auf Hausbesuche gehe, trotz annehmbaren Suaheli-Kenntnissen, allerdings denke ich dass ich persoenlich viel durch dies Besuche gelernt habe, vor allem die Schueler und die ganze Situation in dem Slum-Village besser zu verstehen.
Der Grund warum trotz alledem das „Homevisits“-Programm die Besucher integriert, ist, dass es eine sehr gute Moeglichkeit darstellt, neue Sponsoren zu gewinnen, welche der finanzielle Grundstein fuer das gesamte Projekt sind.
Seit Anfang des Jahres haben wir vier kenianische Sozialarbeitsstudenten bei uns im Projekt, die bis Ende Maerz haupsaechlich im Bereich der „Homevisits“ arbeiten. Seitdem sind die Hausbesuche in regelmaessigeren Abstaenden. Ich habe mich ein wenig aus den genannten Gruenden aus dem Programm zurueckgezogen, da nun genug Leute in diesem Arbeitsfeld vorhanden sind, ausserdem hatte ich wegen den Hausbesuchen einige Unterrichtsstunden in meinen Klassen verpasst, was nicht sonderlich tragisch ist, da wir zu zweit unterrichten, aber ich denke dass den Kinder auch eine gewisse Kontinuitaet gut tut.

Die letzte Zeit war ich relativ viel in der Drama-Group der Secondary aktiv, was sehr interessant war, da ich zuvor nie wirklich viel mit Schauspielerei zu tun hatte. Ich hab der Gruppe aber nur mit schlauen Kommentaren geholfen, bin also kein Schauspieler:D...mehr so „assistent director“;) Ich denke ich geniesse es sehr, einen Haufen neuer Sachen kennen zu lernen.

Ausserdem neu ist dass ich angefangen habe fruehmorgens um 7 Uhr (!) Mathe-Nachhilfestunden fuer Form 4(12.Klasse = Abschlussklasse) zu geben, da Mathematik wirklich eines der schwaechsten Faecher hier in Kenia oder zumindest an unserer Schule zu sein scheint und es eines der Pflichtfaecher im KCSE(Kenya Certificate of Secondary Education).

Ach ja, vielleicht sollte ich auch noch erwaehnen wie ich Weihnachten und Silvester verbracht habe. Eigentlich gibts da nicht viel zu erwaehnen, da beide Feste nicht sonderlich gross gefeiertwurden. Die Weihnachtsfeiertage war ich zu Hause und habe zusammen mit meinem Gastbruder unglaublich viele Filme angesehen. Ich glaub ich hab noch nie so viele Filme am Stueck angeschaut^^
Ins neue Jahr bin ich zusammen mit einer Gruppe Freiwilliger in der Wohnung von zwei Freiwilligen gerutscht, da ich nicht die gesamte Nacht in der Kirche verbringen wollte.
...das wars im grossen und ganzen auch schon

Ich habe vor einiger Zeit mal eine Mail ueber die Sprachen in Kenia und meinen Lernfortschritt geschrieben, die ich demnaechst(!!!);) ein bisschen umschreiben und dann als Blog posten moechte.
Ich denke ich moechte auf jeden Fall eine Sprache als Nebenfach studieren, wenn ich zurueck bin, Sprachen sind einfach sooo interessantJ

PS fuer Kleinigkeiten:
- Ich hab einen Matau-Unfall gesehen...erstaunlich eigentlich
- Meine Gastmutterr ist in einem Matatu gesessen, dass beinahe eine Boeschung heruntergefahren waere, weil die Bremsen nicht funktioniert haben
Gut dass die matatu drivers s so drauf haben...auch ohne Bremsen
- Ich bin kuerzlich in einem Matatu gesessen dass wo stecken geblieben ist, weil wir den Stau umfahren wollten abseits der strasse...dann alle mal schoen raus und schieben:)
- Ich bin jetzt ein offizieller „Resident of Kenia“, mit kenianischem Ausweis und soJ
- Halbzeit ist ja auch schon rum, huiuiui
- Haben gerade mango-season, bald ist Birnen-season.
- Ich habe meinen zweiten Sonnenbrand seit meiner Ankunft, weil ich am Samstag den ganzen Tag mit Form 2 in den Ngong Hills gewandert bin, meine Nase ist ganz schoen mitgenommen
- Irgendwie hatte ich noch mehr Kleinigkeiten die ich schreiben wollte, habe sie aber wieder vergessen...