Samstag, 27. Dezember 2008

Lang lang ist's her

Ich bin gespannt ob ich demnaechst mal einen Post schreibe dessen Ueberschrift sich nicht darauf bezieht, wann ich das letzte mal gepostet habe... :)


Im letzten Post habe ich angekuendigt ueber einen meiner Arbeitsbereiche, die 'Homevisits' zu schreiben, allerdings moechte ich das noch ein bisschen aufschieben, da im Moment keine Schule ist und ich die letzten Wochen viel umhergereist bin und das daher etwas aktueller ist. Die 'Homevisits' ja wieder aktuell werden wenn der Unterricht weitergeht.



Angefangen habe ich meine Reise mit einem Besuch in Migori, wo Michael,ein stolzer Daene und einer der Freiwilligen von ICYE wohnt und arbeitet. Migori ist eine kleine Stadt in einer sehr laendlichen Gegend nahe dem Victoria See, der Ugandischen und Tanzanischen Grenze. Michael wohnt genau genommen nicht in Migori, sondern in einem kleinen Dorf mit dem Namen Ugari. Das ist ungefaer 30 min zu Fuss von der naechsten Bushaltestelle entfernt und das ist auch die Distanz die Michael laufen muss wenn er sein Handy aufladen will, was einen ungefaehren Eindruck der Lage seines Zuhauses vermitteln sollte;)
Wir hatten eine pahr coole Tage dort und sind dann mit zwei anderen Freiwilligen nach Kisumu gefahren, einer Stadt am Viktoria See und ehemalige Metropole fuer den Handel ueber den Viktoria See.
Danach sind wir nach Nairobi, haben dort ein pahr Tage verbracht und waren unter anderem auf einer kenianischen Hochzeit, bevor wir aufgebrochen sind fuer eine 4-Tage-Safari (3 Tage Massai Mara und 1 Tag Lake Nakuru). Massai Mara ist der wahrscheinlich bekannteste Nationalpark Afrikas, vor allem wegen der 'Wildbeast Migration' die ich glaube von Juni bis August stattfindet. In dieser Zeit wandern viele Zebras und Wildbeasts zwischen Serengeti und Massai Mara Gamepark, was bedeutet dass man in dieser Zeit eine unglaubliche Menge an migrierendenTieren beobachten kann. Da wir im Dezember dort waren, haben wir das leider nicht sehen koennen, aber nichts desto trotz war es ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Der Park ist so extrem weitlaeufig und es ist einfach faszinierend die Tiere in freier Wildbahn zu erleben, manchmal sehr nahe machnmal von fern. Selbst die Landschaft alleine waere schon sehenswert genug. Dieses riesige Gebiet unberuehrter Landschaft, sieht man mal von den kleinen Schotterstrassen fuer die Safaribusse und die enorme Anzahl an Safaribussen die in dem Park rumfahren. Zugegeben manchmal war es ein bisschen komisch, in einem von 7 Safaribussen zu sitzen die eine Gruppe schlafender Loewen umringen, allerdings schien es die Loewen kein bisschen zu stoeren. Unglaublich faule Tiere uebrigens, die schlafen 18Stunden am Tag.
Ausser Loewen haben wir noch einen ganze Menge anderer Tiere gesehen. Unter anderem Elefanten, Giraffen, Antilopen, eine riesige Herde von Bueffeln, Heartbeasts, Affen(die uebrigens Michaels Banane beim Mittagessen gestohlen haben:-P), einen Gepard(was eine grosse seltenheit ist:), Hippos, etc.
Am zweiten Tag hatten wir spaetnachmittags die Moeglichkeit ein Massai Dorf zu besichtigen, was ich von Anfang an NICHT machen wollte, allerdings habe ich mich aus irgendwelchen unerfindlichen Gruenden umentschieden, was ein grosser Fehler war, denn es war genau so wie ich es erwartet hatte und warum ich eigentlich nicht gehen wollte: ein Volk das seine Kultur verkauft. Das ganze Dorf war so komerzialisiert und auf Touristen ausgerichtet. Irgendwie hat mich das ganze an einen Zoo erinnert...ich weiss dass es politisch nicht korrekt ist, das zu sagen, aber das ist wie ich mich gefuehlt habe und das hat mich sehr traurig gemacht.
Lake Nakuru war ein bisschen anders. Das ist der Park mit den unglaublich vielen pinken Flamingos. Der ganze Park ist etwas kleiner und man sieht mehr Tiere auf engerem Raum. Dort haben wir dann noch Rhinos und Pelikane gesehen und eine sehr witzige Gruppe Affen(die diesmal niemanden von uns bestohlen haben:)
Nach der Safari waren wir wieder ein pahr Tage in Nairobi und sind dann nach Lamu gereist. Lamu ist eine kleine Stadt auf einer kleinen Insel mit gleichem Namen im Norden der Kueste nahe Somalia was die Reise dorthin ein bisschen gefahrlicher macht, da es dort so unstabil ist, aber unser Bus wurde gluecklicherweise nicht ueberfallen. Lamu ist die wahrscheinlich schoenste Stadt die ich bisher besucht habe. Die Kueste Kenias stand wegen dem Seehandel sehr unter dem Einfluss der arabischen Kultur und Religion und so ist dieser Teil Kenias sehr verschieden und nicht wirklich vergleichbar mit dem Rest Kenias. Lamu ist eine unglaublich entspannte Stadt mit einem kleinen Hafen in dem vornehmlich kleine bis mittelgrosse Holzsegelbote liegen. Die tatsache dass Transport fast ausschiliesslich mit Eseln erledigt wird gibt der Stadt einen ganz besonderen Flair, nicht zuletzt wegen dem ganzen Elseldung in den Gassen;) Auf der gesamten Insel gibt es meines Wissens nur ein richtiges Auto und das gehoert dem 'Donkey Sanktuary', also der Esel Klinik:) Autos waeren ohnehin nutzlos, da die Gassen viel zu eng sind. Vor den meisten Eingaengen in Haeuser sind Steinbaenke, was den eindruck erweckt, dass die Leute dort gerne sitzen und entspannen, was sich dann auch bestaetigt, wenn man die Uferpromenade langlaeuft oder sich auf den Marktplatz begibt:) Ausserdem tragen Maenner eine Art Rock, der aus einem Tuch besteht das sie sich um die Hueften wickeln. Wir haben uns auch welche gekauft und ich sag euch, das ist vielleicht schoen luftig:)
Leider haben wir dort nicht so viel verbracht weil eine der Gruppe danach heimgeflogen ist.

Alles in allem schoene Ferien und ich bin glaube ich noch nie so viel am Stueck gereist...
Kenia ist ein sehr beeindruckendes Land:)

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Hopla, jetzt wird`s aber echt mal wieder Zeit

hui, jetzt is aber echt mal wieder Zeit fuer nen neuen Post.
Ich komm irgendwie kaum ins InternetCafe obwohl es eigentlich direkt vor meiner Tuer ist.
Naja, jetzt hab ichs ja mal geschafft.

Es ist einiges passiert seit dem letzten Blogeintrag...wer haetts gedacht, gell...

Ich hatte inzwischen eine Lebensmittelvergiftung und fuer alle die das gehoert haben: mir gehts wieder prima und eigentlich ist das auch schon wieder so lang her, dass es kaum erwaehnenswert ist;)
Ausserdem habe die Gastfamilie gewechselt.Ich wohn jetzt in Embulbul, dem Dorf in dem auch mein Projekt ist. Mein neuer Gastbruder Kevin hatte gehoert, dass ICYE eine neue Gastfamilie fuer mich sucht, die naeher am Projekt ist und hat sich gedacht dass es eigenentlich ganz cool wenn ich bei ihnen wohnen wuerde. Er ist auch gerade fertig mit der Schule und im Moment auch Freiwilliger im gleichen Projekt in dem auch ich arbeite. Ausserdem ist er fast genau so alt wie ich, was ziehmlich genial ist.
Ich wohn jetzt in einem Haus aus Wellblech, aber es ist ein recht schoenes:)
Klo und Bad sind jetzt draussen und gewaschen wird mit nem Eimer Wasser, aber das ist echt in Ordnung:)
Das tolle an meinem neuen Zuhause ist, dass ich aus er Tuer rausgehe und einen Haufen Leute treffe. Direkt vor dem Tor unseres Hofes werden jeden Morgen in einer Holzhuette frische Madazi(dreieckige Krapfen ohne Marmeladeund flacher) gemacht und direkt daneben kann man Bananen fuer 5 Euroct kaufen, was ich sehr geniesse:)
Das Dorf an sich ist eine etwas aermere Gegend. Die Hausser sind vornehmlich aus Wellblech, aber es gibt auch Steinhaeuser. Die Leute hier sind nicht so sehr an weisse gewohnt und besonders fuer Kinder bin ich eine Atraktion. Die Leute hier(vor allem aber Kinder) rufen immer "Msungu", was soviel wie "Weisser" (eigentlich "Europaeer" aber das nimmt man hier nicht so genau ist doch eh alles das gleiche;) bedeutet.
Mein Projekt besteht aus einer Primary-(Grundschule von 1.-8.Klasse) und einer Secondaryschool(nochmal 1-4, also klasse 9-12). Ausserdem ist eine Katholische Kirche, ein Pfarrhaus und ein Schwesternwohngemeinschaft teil des Projekts, das von einer katholischen Bruderschaft(Moenchen?) aus Irland gegruendet wurde. Die Primaryschool hat auch einen Bereich fuer Kinder die aufgrund ihrer Lerngeschwindigkeit besondere Aufmerksamkeit benoetigen(specialunit).
Zu Beginn habe ich viel dort mitgeholfen und Teacher Lydia, einer total netten und etwas disorganisierten aber sehr sehr guten Lehrerin,unterstuetzt, die Kinder bestmoeglich auf ihr Leben vorzubereiten. Die Gruppe besteht aus insgesamt 6 Kindern wobei ich eines noch nie gesehen habe, weil es die ganze Zeit krank ist.
Nachdem der Direktor des Projekts wollte dass ich mehr in den Bereichen Mathe und Sport eingesetzt werde, unterrichte ich jetzt zusammen mit Teacher Ben in klasse 5 und 6 Mathematik. Mathematik ist dem Direktor(ein Australier und selber Mathe-Lehrer) ein besonderes Anliegen, da das hier in Kenia angeblich ein etwas schwaecheres Fach ist.
In meinen Freistunden bin ich immer noch in der Specialunit, da mir die irgendwie auch ein Anliegen geworden ist.
So verbringe ich meine Vormittage in der Primaryschool. Nachmittags bin ich in der Secondaryschool in der ich auch Mathe Teamteache und ausserdem Sport unterrichte.
Ich haette uebrigens nie gedacht dass Unterrichten im Team so gut klappen kann. Und das, wo ich noch nicht mal ein augebildeter Lehrer bin...das hat mich echt beeinruckt. Ich habe den Eindruck, dass das richtig effektiv ist.

Auch noch erwaehnenswert ist der Ausflug nach Mombasa vorletztes Wochenende mit anderen Frewilligen und pahr Kenianern. Mombasa ist die Touristenstadt an der Kueste Kenias. Es war ganz schoen, nur ein bisschen verplant und kurz, da wir nur ein verlaengertes Wochenende hatten. Aber Reisen mit netten Leuten...des isch halt scho a Sach, gell:)

So, das ist jetzt mal ein grober Ueberblick, ich versuch mich mal in naher Zukunft nochmal zu melden, damit ich auch von einem anderen Arbeitsbereich erzaehlen kann, den "Homevisits", aber dazu hab ich leider grad keine Zeit weil das InternetCafe vor 10Minuten zugemacht hat...;)
Absaetze an adequater stelle im Text werden bei Gelegenheit nachgeliefert;)

Sonntag, 24. August 2008

Die ersten 2 Wochen in Kenia

Ich bin zusammen mit Amelie geflogen. Wir wurden von Thomas und einem Taxifahrer vom Flughafen abgeholt. Wir hatten damit glaub ich echt glueck, weil wir beide Thomas schon vom Orientierungsseminar kannten und somit gleich wussten zu wem wir muessen. Jordan, ein Franzose hatte es da zum beispiel viel schlechter, er stand 3 stunden am flughafen bevor er ueberhaupt abgeholt wurde...
Wir hatten jetzt erstmal 2 wochen orientation camp in dem insgesamt 9 freiwillige waren. wir hatten vormittags kisuaheli unterricht, haben dann nachmittags verschiedene einheiten zu wichtigen themen gemacht und haben mit den coworken zusammen die stadt angesehen.
Unter anderem sind wir auch mit einem Matatu, das sind ewig alte kleinbusse die als oeffentliche verkehrsmittel verwendet werden, zur botschaft gefahren. die Strassen hier sind denen in deutschland eher nicht so aehnlich.Angefangen damit dass man auf der linken seite faehrt (da ehem. englische kolonie) sind sie durchsetzt von vielen unebenheiten, da ist von kleinen loechern bis zu kleinen kratern alles dabei. die einheimischen loesen das durch schnittige auweichmanoever:) generell wird hier auch lieber gehupt als gebremst und die auto-zu-auto-abstaende sind oefter mal um die 10 cm, was das ganze besonders interessant macht. aber die Matatu fahrer sind ja Profis, die fahren ihr ganzes leben, da kann man sich schon sicher fuehlen;)
ausserdem haben manche Matatus riesige flachbildschirme und fette soundanlagen, so dass man von den unebenheiten der strasse und des verkehrs gar nicht so viel mitbekommt, weil der bass so laut ist.
Alles in allem war das Camp echt schoen und interessant, aber so wirklich in Kenia angekommen bin ich in der Zeit noch nicht, weil ich die ganze zeit mit anderen europaeischen freiwilligen zu tun hatte von denen die meisten auch noch deutsche waren^^ aber es waren alle voll nett.
Letzten freitag haben wir freiwilligen dann ein theaterstueck auf kisuaheli ueber unser camp aufgefuehrt, dass wir selbst im unterricht geschrieben hatten. Das Publikum bestand aus den gastfamilien und ICYE mitgliedern. (ICYE Kenya ist die partnerorganisation hier vor Ort)
Meine Familie hat sich kurzfristig umentschieden dass sie doch keinen freiwilligen aufnehmen will. eine unserer Programmkoordinatoren hat sie angerufen nachdem sie am freitag morgen nicht auf dem vorbereitungskurs fuer gastfamilien war und hat das da erfahren. ich habe dann gestern, am abreisetag eine uebergangsfamilie bekommen die bei Karen wohnt. das ist etwas ausserhalb und ungefaehr 30min Matatureise von meinem Projekt(in Ngong, auch ausserhalb, was ich echt toll finde:) entfernt. es ist die familie von Steve, einer meiner 2 Kontaktpersonen. Ich bleibe jetzt wahrscheinlich 2-4wochen in der familie bis sich etwas anderes ergibt. sowohl steve als auch der rest der Familie ist sehr nett. ich habe ein eigenes zimmer und es gibt sogar eine warme(!!!) dusche. die gegend ist etwas ausserhalb nairobis und eher laendlich. Die Familie eine Kuh und ein bisschen Landwirtschaft, die von ein pahr arbeitern bestellt wird.
am dienstag gehe ich das erste mal in mein projekt. die schule hat zwar nochnicht angefangen, aber ich werde ein bisschen rumgefuehrt. die schule faengt am Montag in einer woche an und damit dann wahrscheinlich auch mein richtiger Arbeitsalltag...
Ich freu mich schon voll drauf und bin mal gespannt auf das projekt.
ich haette eigentlich noch einiges zu schreiben, aber ich sitze grad in einem etwas schnelleren Internetcaffee, was bedeutet, dass es auch ein bisschen teurer ist:)

Ich hoffe euch gehts mindestens so gut wie mir,
lg stefan